🍿Kino mit dem schönsten Hintergrund der Welt: Warum die Filmnächte am Elbufer mein Sommer-Highlight sind

Puh, ist das warm heute, oder?
Wenn das Thermometer in Dresden die 30 Grad knackt, gibt es für mich tagsüber eigentlich nur zwei Optionen: Entweder ich verbarrikadiere mich mit Ventilator in der Wohnung oder ich liege irgendwo im Wasser.
Aber sobald die Sonne untergeht, zieht es mich an die Elbe. Denn im Juli verwandelt sich das Königsufer (Neustädter Seite) in das wohl schönste Freilichtkino, das man sich vorstellen kann.
Die Filmnächte am Elbufer sind wieder da.
Und ganz ehrlich: Selbst wenn der Film schlecht ist – allein für den Ausblick lohnt es sich.

Leinwand vs. Skyline: Wo guck ich eigentlich hin?

Stell dir vor: Vor dir eine gigantische Leinwand (angeblich die größte mobile Leinwand der Welt, hab ich mal gehört).
Und dahinter?
Dahinter leuchtet die angestrahlte Semperoper, die Frauenkirche und das Residenzschloss. Wenn es langsam dunkel wird und die Lichter in der Altstadt angehen, ist das Kitsch pur. Aber schöner Kitsch.

Man ertappt sich ständig dabei, wie man vom Film wegschaut und einfach nur auf die Stadt glotzt.

Konzerte, Kult und der „Kaiser“

Die Filmnächte sind ja nicht nur Kino.
Es gibt da fast jeden Abend Konzerte. Von Mark Forster bis Deichkind war da schon alles.
Aber ein Phänomen muss man erwähnen, auch wenn man (wie ich) vielleicht gar kein Schlager-Fan ist: Die Kaisermania.
Wenn Roland Kaiser nach Dresden kommt, dreht die Stadt durch. Die Tickets sind meistens innerhalb von Sekunden (kein Witz!) ausverkauft. Die Leute pilgern in pinken Shirts ans Ufer.
Selbst wenn man kein Ticket hat: Geht an den Abenden mal auf die Carolabrücke oder die Wiesen drumherum. Die Stimmung schwappt über das ganze Gelände. Tausende Menschen singen „Joana“ und „Santa Maria“. Das ist Dresden-Kult, das muss man einmal erlebt haben, auch wenn man danach einen Ohrwurm hat, den man nie wieder loswird.

Meine Survival-Tipps für den perfekten Abend

Damit euer Abend nicht im Frust endet, hier ein paar Erfahrungen, die ich über die Jahre gesammelt habe:

  1. Jacke nicht vergessen!Tagsüber sind es 30 Grad, ja. Aber wir sind hier direkt am Fluss. Sobald die Sonne weg ist und vielleicht ein kleiner Wind die Elbe runterzieht, wird es frisch. Richtig frisch. Ich hab schon so oft gefroren, weil ich cool im T-Shirt saß. Packt euch nen Pulli ein.
  2. Die Sache mit den PlätzenEs gibt Tribünenplätze (Stühle) und „Filmgarten“-Tickets (Wiese).Ich bin Team Wiese. Aber Achtung: Kommt rechtzeitig, wenn ihr einen guten Platz wollt. Und bringt euch keine eigenen Campingstühle mit, die sind oft verboten oder nur hinten erlaubt. Eine Decke reicht.
  3. VerpflegungEigene Getränke und Essen mit reinnehmen ist so eine Sache. Glasflaschen sind streng verboten (Sicherheitskontrolle!).Das Essen drinnen ist lecker (es gibt nicht nur Popcorn, sondern auch Bratwurst, asiatisch, etc.), aber natürlich sind das Festival-Preise. Wer sparen will: Esst vorher was in der Neustadt und trinkt drinnen nur ein kühles Bier oder eine Limo.

Der „Zaungast“-Trick

Hier noch ein kleiner Tipp unter uns Sparfüchsen:
Man kann den Film (oder die Musik) natürlich auch hören, ohne Eintritt zu zahlen.
Die Elbwiesen rund um das abgesperrte Areal sind an Konzertabenden proppenvoll. Man sieht zwar die Leinwand nicht (die steht ungünstig gedreht), aber man hört die Musik perfekt.
Viele Dresdner machen sich da ihr eigenes Picknick, bringen Wein und Snacks mit und genießen die Akustik und die Atmosphäre umsonst. Das nennt man hier „Zaungast“ sein und das ist fast genauso beliebt wie drinnen zu sein.
Gerade bei den Dirty Dancing Nächten (ja, der Film läuft JEDES Jahr und die Leute tanzen mit) ist draußen auf der Wiese auch Party angesagt.

Ob nun für den neuesten Blockbuster, einen Arthouse-Film oder ein Konzert: Ein Abend bei den Filmnächten gehört zum Dresdner Sommer wie der Senf zur Bratwurst.
Checkt vorher unbedingt das Programm und kauft Tickets online, die Abendkasse ist oft Glücksspiel bei beliebten Filmen.
Welchen Film schaut ihr euch dieses Jahr an? Oder seid ihr eher die „Kaiser“-Fraktion und feiert auf der Brücke mit?
Wir sehen uns am Ufer!
Euer Alex