Der Aschenbrödel-Kult: Warum ich jeden November nach Moritzburg fahre (und wo der Schuh wirklich liegt)
Singt mal kurz mit: La la laaa, la la la la laaaa…
Habt ihr den Ohrwurm? Gut. Dann seid ihr bereit.
Der November in Dresden ist ja oft, sagen wir mal diplomatisch, „stimmungsvoll düster“. Aber für mich ist das der Startschuss für eine Tradition, die ich nicht brechen kann (und will). Es geht raus nach Schloss Moritzburg.
Warum? Weil die Winterausstellung zu „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ wieder offen ist!
Ja, ich bin ein erwachsener Mann. Und ja, ich liebe diesen Film.
Schloss Moritzburg ist der originale Drehort. Das ist der Ort, wo sie im Schnee geritten ist, wo sie mit dem Prinzen getanzt hat. Und jedes Jahr im Winter verwandelt sich das Barockschloss in diesen Märchenort.
Der Kampf um die Tickets (Macht nicht meinen Fehler!)
Bevor ihr euch jetzt ins Auto setzt: STOPP.
Fahrt nicht einfach so hin.
Die Ausstellung ist so beliebt, dass die Slots an den Wochenenden oft ausverkauft sind. Ich stand vor drei Jahren mal bei Nieselregen vor dem Tor und durfte nicht rein, weil alles voll war. Das war peinlich.
Bucht eure Zeitfenster-Tickets online im Voraus. Wirklich. Das spart euch Frust und kalte Füße.
Drinnen: Kostüme, Requisiten und Kindheitserinnerungen
Die Ausstellung selbst ist liebevoll gemacht. Man läuft durch die Räume des Schlosses und sieht die originalen Kostüme (wie winzig war die Schauspielerin eigentlich?!).
Man lernt viel über den Dreh. Wusstet ihr zum Beispiel, dass der Schnee im Film oft stinkender Fischmehl-Ersatz war, weil es beim Dreh getaut hat? Zerstört ein bisschen die Romantik, ist aber witzig zu wissen.
Überall läuft die Filmmusik. Man sieht Paare, die sich selig anlächeln, und Kinder, die sich als Prinzessin verkleidet haben. Es ist Kitsch, aber es ist dieser „Gute-Laune-Kitsch“, den man im grauen November einfach braucht.
Der heilige Gral: Die Treppe und der Schuh
Wenn ihr wieder rauskommt (oder bevor ihr reingeht), müsst ihr an die Ostseite des Schlosses.
Da ist die berühmte Treppe, wo Aschenbrödel ihren Schuh verloren hat.
Und da steht er: Der goldene Schuh.
Aus Bronze (oder Messing?), fest im Boden verankert.
Es ist fast schon ein Volkssport, zu versuchen, seinen eigenen Fuß da reinzuquetschen.
Spoiler: Mein 44er Sneaker passt nicht rein.
Aber ein Foto ist Pflicht. Man muss manchmal kurz anstehen, weil jeder ein Selfie mit dem Schuh will. Aber hey, wir sind hier bei einem Kult-Event, da gehört Warten dazu.
Runde um den Schlossteich: Nebel und Romantik
Nach dem Schloss solltet ihr unbedingt noch eine Runde um den riesigen Schlossteich drehen.
Im November liegt oft Nebel über dem Wasser. Das Schloss spiegelt sich darin (oder verschwindet im Dunst), und es sieht wirklich mystisch aus.
Man läuft vorbei am Fasanenschlösschen und dem Leuchtturm (ja, Sachsen hat einen Leuchtturm, fragt nicht).
Wenn ihr faul seid oder es romantisch wollt, könnt ihr auch eine Kutsche nehmen. Die stehen meistens vorne am Parkplatz. Ist nicht ganz billig, aber wenn man die Liebste beeindrucken will – das zieht immer.
Kulinarik: Bratwurst und Glühwein
Gegenüber vom Schloss-Parkplatz gibt es diverse Buden und Cafés.
Mein Favorit bei November-Kälte: Eine heiße Bratwurst und der erste Glühwein der Saison.
Oder, wenn ihr es richtig sächsisch wollt: Eine Fettbemme mit Gurke.
Es gibt da so eine Bäckerei mit Café direkt an der Straße, die haben verdammt guten Kuchen (Eierschecke, was sonst), falls ihr euch aufwärmen müsst.
Moritzburg im Winter ist einfach ein Muss.Selbst wenn ihr den Film nicht mögt (gibt es solche Menschen?), ist das Schloss eine Wucht. Es holt einen so ein bisschen aus dem November-Blues raus und bringt einen in diese vorweihnachtliche Stimmung.Habt ihr euer Ticket für dieses Jahr schon? Und ganz ehrlich: Passt euer Fuß in den goldenen Schuh? Beweisfotos bitte in die Kommentare!
Kultige Grüße