Wenn Freunde aus anderen Städten zu Besuch kommen – was ich ihnen in Dresden zeigen
Liebe Freunde,
wenn ihr mich fragt, was wir in Dresden machen, sage ich nie: „Wir gehen zur Frauenkirche.“
Nicht, weil sie nicht schön ist – sondern weil Dresden mehr ist als seine Postkartenmotive.
Ich zeige euch die Stadt so, wie sie sich anfühlt.
Tag 1: Ankommen und Durchatmen
Wir starten langsam.
Ein Spaziergang an der Elbe, am besten vom Königsufer Richtung Augustusbrücke.
Kein Stress, kein Zeitplan.
Ich will, dass ihr erst mal versteht, warum hier so viele Menschen einfach sitzen und schauen.
Danach Kaffee in der Neustadt.
Nicht irgendein Café – eins mit wackeligen Stühlen, Gesprächen am Nachbartisch und Musik, die man nicht sofort erkennt.
Hier merkt ihr: Dresden ist entspannt.
Abends gehen wir essen.
Nichts Schickes, nichts Aufgesetztes.
Ein Ort, wo man lange sitzt, redet, lacht – und plötzlich ist es 23 Uhr, ohne dass es jemand bemerkt hat.
Tag 2: Dresden zeigen – aber richtig
Ja, jetzt kommt die Altstadt.
Aber nicht im Laufschritt.
Wir gehen früh los, bevor die Gruppen kommen.
Zwinger, Theaterplatz, Frauenkirche – kurz stehen bleiben, nicht abhaken.
Ich erzähle euch nicht alles, nur genug, damit ihr versteht, warum diese Stadt so viel Geschichte mit sich trägt.
Mittagessen nicht mitten im Trubel, sondern ein paar Straßen weiter.
Dresden belohnt immer die, die zwei Minuten länger laufen.
Am Nachmittag: Großer Garten.
Decke ins Gras, Schuhe aus, einfach liegen.
Viele meiner Freunde sagen hier zum ersten Mal:
„Krass, das ist ja richtig grün.“
Tag 3: Das Dresden, das man nicht googelt
Jetzt kommt mein Lieblingsteil.
Wir laufen durch Hinterhöfe.
Zeige euch Ecken, die keinen Namen haben.
Graffiti, alte Häuser, kleine Läden.
Vielleicht fahren wir raus an den Elbhang.
Oder setzen uns einfach irgendwo hin, wo man nichts „machen“ muss.
Denn irgendwann, meistens ganz nebenbei, sagt jemand von euch:
„Hier könnte ich mir vorstellen zu leben.“
Und dann weiß ich: Mission erfüllt.
Wenn Freunde mich besuchen, will ich ihnen nicht alles zeigen.
Ich will, dass sie ein Gefühl mitnehmen.
Dresden ist nicht laut.
Nicht aufdringlich.
Nicht spektakulär im ersten Moment.
Aber es bleibt hängen.
Und oft schreiben mir Freunde Wochen später:
„Ich denk irgendwie immer noch an Dresden.“
Das reicht mir.