Dresden im Regen: Meine Top 3 Museen (die auch absolute Museumsmuffel überzeugen)
Guckt mal aus dem Fenster. Ja, genau. Graue Suppe, Nieselregen, der einem waagerecht ins Gesicht peitscht, und Temperaturen, bei denen man nicht mal den Hund vor die Tür jagen will.
Willkommen im sächsischen Spätwinter!
Wenn das Wetter in Dresden wieder auf „Weltuntergang“ schaltet, krieg ich in meiner Bude oft einen echten Koller. Raus an die Elbe fällt flach. Aber was dann?
Ich war früher echt kein großer Museumsgänger. Das roch für mich immer nach Filzpantoffeln und Langeweile. Aber Dresden hat ein paar Ausstellungen, da vergisst du komplett, dass du in einem Museum bist und vor allem wie fies das Wetter draußen ist.
Hier sind meine drei absoluten „Safe Spaces“ für Regentage, bei denen auch Leute auf ihre Kosten kommen die sonst eher einen Bogen um Kultur machen.
1. Nicht nur fürs Händewaschen: Das Deutsche Hygiene-Museum (DHMD)
Der Name ist eigentlich ein totaler Fail. Wer „Hygiene-Museum“ hört, denkt an Zähneputzen und Seife. Aber Leute, das Ding ist eher ein „Museum vom Menschen“.
Das riesige Gebäude am Lingnerplatz ist für mich das interaktivste und spannendste Haus der Stadt.
Es geht um Leben, Tod, Sexualität, Psychologie und Essen.
Man kann da an Sachen riechen, Knöpfe drücken, sich selbst testen. Und natürlich steht da die berühmte „Gläserne Frau“. Ein absoluter Klassiker, den man mal gesehen haben muss.
Der absolute Lebensretter für Eltern: Das Kinder-Museum im Untergeschoss! Wenn eure Kids bei Regen zu Hause die Wände hochgehen, bringt sie hierhin. Die Abteilung zu den fünf Sinnen ist so cool gemacht, da haben auch Erwachsene ihren Spaß. Und das Café drinnen hat verdammt guten Kuchen, um den Zuckerspiegel danach wieder hochzufahren.
2. Nostalgie und Maschinenöl: Das Verkehrsmuseum
Direkt am Neumarkt, im Johanneum (gleich neben der Frauenkirche), findet ihr mein heimliches Highlight, wenn ich mich mal wieder wie ein kleiner Junge fühlen will.
Das Verkehrsmuseum Dresden ist ein Paradies für alle, die auf Technik stehen.
Egal ob riesige alte Dampfloks, die ersten klapprigen Autos aus Sachsen, historische Fahrräder oder Flugzeuge, die unter der Decke hängen. Das Gebäude hat einfach einen wahnsinnigen Charme, weil es früher mal die kurfürstlichen Stallungen waren.
Mein absoluter Favorit: Geht in den ersten Stock zur Modelleisenbahn. Das ist nicht einfach nur ne kleine Platte, sondern eine gigantische Anlage der Spur 0 (das sind die großen Dinger!). Wenn die Vorführungen laufen, stehen da Erwachsene Männer mit leuchtenden Augen und gucken den winzigen Zügen hinterher. Herrlich.
3. Der Architektur-Schock: Militärhistorisches Museum (MHM)
Okay, das klingt jetzt vielleicht erstmal nach einem harten Thema für einen entspannten Sonntagnachmittag. Aber gebt dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in der Albertstadt (Neustadt) eine Chance.
Alleine das Gebäude! Der Star-Architekt Daniel Libeskind hat da einen gigantischen, keilförmigen Stahl-Glaskomplex mitten durch das historische, alte Arsenalgebäude getrieben. Der Keil zeigt genau auf den Punkt, wo im Februar 1945 die ersten Bomben auf Dresden fielen. Das sieht von außen schon so krass aus, dass man stehenbleiben muss.
Drinnen geht es nicht um plumpe Heldenverehrung oder Waffen-Pornografie. Im Gegenteil. Die Ausstellung beleuchtet kritisch, was Krieg mit Menschen macht, wie er in der Popkultur auftaucht und wie Tiere im Krieg eingesetzt wurden. Es regt extrem zum Nachdenken an.
Zieht bequeme Schuhe an, das Ding ist riesig. Man kann hier locker vier Stunden verbringen und hat immer noch nicht alles gesehen. (Für ganz kleine Kinder würde ich es aber nicht unbedingt empfehlen, das ist stellenweise schon harter Tobak).
Rettung vor dem Couch-Koma
Lasst euch vom Regen nicht die Laune vermiesen.
Alle drei Museen sind super mit der DVB erreichbar, ihr müsst also nicht lange im Nassen rumlaufen. Und ganz ehrlich: Nichts fühlt sich besser an, als nach drei Stunden Kultur wieder rauszukommen, tief durchzuatmen und sich dann ohne schlechtes Gewissen auf die Couch zu fläzen, weil man ja „was gemacht“ hat.
Wo verkriecht ihr euch in Dresden, wenn es Hunde und Katzen regnet? Seid ihr Team Museum oder flüchtet ihr dann lieber gleich ins nächste Programmkino (Schauburg, hallo!)? Schreibt’s mir mal unten rein!
Bleibt trocken, Euer Alex